Taxonomie, Herkunft & Beschreibung


Auf dem Bild ist mein Sorong Weibchen Solitaire. Die Sorong Morphe zählt nach wie vor zu den beliebtesten aufgrund ihrer blauen Zeichnungselemente.
Der Grüne Baumpython, von vielen auch gerne mit dem Spitznamen "Chondro" bezeichnet ist für mich und bestimmt auch für viele andere wahrscheinlich eine der faszinierendsten Schlangenarten die in Terrarien gehalten wird. Im Jahr 1872 wurde er erstmals von Schlegel taxonomisch einer eigenen Gattung zugeordnet "Chondropython viridis". Chondro bedeutet knorpelig und steht vermutlich für die feine Schuppenstruktur am Kopf des Tieres. Python ist die Bezeichnung der Familie in der Systematik und viridis bedeutet "Grün" und war die einzige Art der Gattung Chondropython. Die Taxonomische Zuordnung änderte sich 1994, ab diesem Zeitpunkt wurde der "Chondropython" durch Kluge der Gattung "Morelia" also den Rautenpythons zugeordnet um seien nahe Verwandtschaft zu dieser Pythonart Ausdruck zu verleihen. Seit dem gilt der Grüne Baumpython nicht mehr als eigene Gattung, sondern lediglich als Art und trägt seit dem den Namen "Morelia viridis". Neue Untersuchungen von Rawlings und Donnellan aus dem Jahr 2001 haben einen genetischen Unterschied zwischen den Populationen von Morelia viridis, die Nördlich und Südlich der Gebirgskette vorkommen die Papua Neuguinea durchziehen. Eine Umbenennung der Nördlichen Population in Morelia azurea und der Südlich Population in Morelia viridis hat sich aber bis jetzt noch nicht durchsetzen können.

In freier Wildbahn findet man Morelia Viridis ausschließlich in den tropischen Regenwäldern Neuguineas und dessen vorgelagerten Inseln, außerdem in einem kleinen Gebiet auf dem Nord-Australischen Kontinent der Halbinsel Cape York. In diesem Bereich der Erde herrschen extreme Bedingungen, Temperaturen von durchschnittlich 25 - 32 Grad Celsius das Ganze Jahr hindurch. Der Grüne Baumpython ist dort in Höhenlagen vom Meeresspiegel bis 2000 Metern zu finden. In den höher gelegenen Regionen mit vorkommen des Grünen Baumpython können die Temperaturen auch deutlich niedriger liegen. Das ganze Jahr über herrscht eine relative Luftfeuchtigkeit von durchschnittlich 80 %. Die Verteilung der Tag und der Nachtstunden ist Dank der Nähe zum Äquator das ganze Jahr über nahezu gleich, 12 Stunden Tag und 12 Stunden Nacht.


Auf dem Bild zu sehen ist eines meiner Baumpython Männchen der Sorong Form. Das Bild habe ich geschossen nachdem das Licht ausgegangen ist. Das Tier lauert in dieser Stellung fast die Gesamte Nacht auf Beute.
Der Grüne Baumpython ist eine ausschließlich nachtaktive und baumbewohnende (arboricole) Schlange. Er zählt zu den Riesenschlangen, ist aber im Vergleich zu anderen Riesenschlangen mit einer durchschnittlichen Körperlänge von 160 bis 180 cm und dem schlanken Körperbau relativ klein. Der Körper läuft in einem filigranen Greifschwanz aus, der es ihm ermöglicht sich sehr elegant und geschickt in den Bäumen und Sträuchern der Regenwälder zu bewegen und zu jagen. Tagsüber ruht er in seiner typischen Ruheposition auf einem höher gelegenen Ruheplatz in den Bäumen der Regenwälder in bis zu 20 Meter Höhe. Äußerliche Unterscheidungsmerkmale von männlichen und weiblichen Tieren existieren nicht, Weibliche Tiere sind meist etwas größer und schwerer im Gegensatz zu den Männchen. Bei den Männlichen Tieren lassen sich oft etwas ausgeprägtere After-sporne feststellen, aber auch das ist kein eindeutiges Geschlechter trennendes Erkennungsmerkmal, eine absolute Gewissheit kann meist nur eine Bestimmung per Sondierung herbeiführen. Der Baumpython ist ein Lauerjäger, wenn er auf Beutefang geht begibt er sich bei Anbruch der Dunkelheit kurz über dem Boden in Stellung. Dort verweilt er in seiner typischen Lauerposition, mit dem Kopf Richtung Boden und das vordere Drittel zu einem S geformt, um vorbei kommende Beute blitzschnell ergreifen zu können. Als Würgeschlange umwickelt und erdrückt er seine Beute um sie als ganzes zu verschlingen. Erst bei Anbruch der Dämmerung kehrt er wieder an seinen angestammten Ruheplatz zurück. In freier Wildbahn ernährt er sich von kleinen Säugern, Echsen und Insekten, Vögel stehen seltener auf seinem Speiseplan.


Ein rotes und ein gelbes Jungtier, beide Tiere stammen aus dem selben Gelege
Die Paarungszeit in freier Wildbahn ist zwischen Oktober und März, im Terrarium gehaltene Tiere können aber das Ganze Jahr über zur Paarung gebracht werden. Der Baumpython legt nach einer erfolgreichen Paarung Eier die das Weibchen in 50 Tagen Brutpflege ausbrütet. Um das Gelege zu temperieren schlingt sie sich in einem Korb um das Gelege und temperiert es mittels Muskelkontraktionen. In der Natur macht sie das vermutlich in ausgehöhlten Baumstämmen, Beobachtungen in freier Wildbahn gibt es dazu aber nicht oder sind nicht bekannt. Nach 50 Tagen Brutpflege schlüpfen die Jungtiere. Sie sind entweder Neon gelb oder Hellrot bis Kastanienbraun gefärbt mit mehr oder weniger ausgeprägten Dorsalzeichnungen. Über die Gründe der unterschiedlichen Färbungen der Jungtiere gibt es bis Heute nur Vermutungen, eine davon ist das durch die dunklere Färbung mehr Wärme aufgenommen werden kann,
Mein Biak Weibchen Destiny kurz nach der Eiablage. Sie hat einen ordentlichen "Bienenkorb" um ihr Gelege gewickelt. In dieser Stellung würde sie 50 Tage ihre Eier Bebrüten.
was in höheren Regionen wo die Temperaturen niedriger sein können von Vorteil sein kann. Einer der faszinierendsten Eigenschaften ist der Ontologische Farbwechsel der Jungtiere, von gelb oder rot zu dem namensgebenden Grün der adulten Tiere. Diese spannende Phase in der Entwicklung zu einem adulten Tier beginnt ca. mit einem dreiviertel Jahr. Die Umfärbungsphase kann unterschiedlich lange dauern, von wenigen Tagen bis hin zu mehreren Jahren. Die Färbung der adulten Tiere ist sehr variabel genauer möchte ich darauf in dem Artikel Lokalformen eingehen.

Quellen: Das Kompendium von Greg Maxwell, Wikipedia, sowie eigene Beobachtungen.