Einrichtung

Im Laufe der letzten Jahre habe ich diesen Artikel mehrfach überarbeitet. Immer wieder habe ich meine Terrarien neu gestaltet und den Gegebenheiten angepasst. Alles hat seine Vor und Nachteile und der persönliche Geschmack des einzelnen spielt hierbei natürlich auch eine Rolle. Der wichtigste Aspekt sollte aber immer das Wohlergehen der Pfleglinge sein. Ich denke das es nicht das letzte mal war das ich diesen Artikel ändern musste, aber daran lässt sich erkennen das dieses Hobby eine stetige Entwicklung ist und kein stupides anwenden geltender Erkenntnisse.



Liege und Kletteräste


Auf dem Bild ist mein Weibchen Solaris zu sehen, dass in der für Baumpythons typischen Ruheposition "Schnecke" auf einem Holzast liegt. Der Ast ist etwas größer bemessen als Solaris zu der Zeit an ihrer dicksten Stelle.
Für eine baumbewohnende Schlange sind natürlich Liege und Kletteräste im Terrarium unverzichtbar. Die Äste sollten auf verschiedenen Höhen waagerecht durch die Gesamte Länge des Terrariums reichen. Dadurch hat das Tier die Möglichkeit sich in allen vorhandenen Temperaturzonen in Ruheposition zu begeben. Die Aststärke sollte immer der Größe des Tieres angepasst werden. Hierbei kann man sich am Durchmesser der Schlange orientieren, also Aststärke gleich oder etwas größer als der Durchmesser des Tieres an seiner dicksten Stelle. Zu kleine Äste können im schlechtesten Fall auf Dauer zu gesundheitlichen Problemen wie z.B. Darmvorfällen oder Verstopfung führen. Auf Überdimensionierten Aststärken ist das Tier nur schlecht in der Lage die für Baumpythons typische "Schnecke" zu bilden, in der sie tagsüber ruhen. Um die Äste problemlos dem Wachstum des Tieres anpassen zu können ist es sinnvoll sie nicht fest im Terrarium zu verkleben oder zu verschrauben. Bei mir haben sich dreieckige Halterungen bewährt, in diesen Halterungen sitzen die Liegeäste sämtlicher Größen fest, können aber auch einfach wieder entfernt werden. Ein großer Vorteil der herausnehmbaren Liegeäste
Im Hintergrund kann man eine Halterung von den Liegeästen erkennen. Das Tier ist mein Biak Weibchen Lucille.
ist das der Pfleger in der Lage ist den Ast mit dem darauf befindlichen Tier aus dem Terrarium zu entfernen. So wird dem Tier ein stressvolles vom Ast Pflücken in Situationen wo es das Terrarium verlassen muss erspart. Den Ast samt Tier kann man während der Arbeiten am Terrarium z.B. in einer Halterung oder einfach zwischen zwei Stühlen ablegen. Eingewöhnte Tiere bleiben in der Regel auch in dieser Situation ruhig auf dem Ast liegen, sodass kurzzeitige Arbeiten im Terrarium möglich sind.


Einige Zeit habe ich Kunststoffrohre verwendet und sie mit einem Bernner angekokelt, mittlerweile habe ich sie aber alle durch echtes Holz ersetzt.
Ich habe mittlerweile die gängigsten Materialien für die Liegeäste ausprobiert. Kunststoffrohre blank und angeschmort für eine natürliche Optik, Bambus, Echtes Holz von verschiedenen Bäumen. Nicht zufrieden war ich mit den Bambusstangen, das Holz hat an den Seiten die nicht so schnell wieder abtrocknen schnell angefangen zu schimmeln. Ein weiterer Minuspunkt waren die Splitter die beim kürzen entstanden sind, diese sind sehr spitz und können gerade bei den Neonaten zu Verletzungen führen, zudem erschwert die glatte Oberfläche den Tieren das häuten. Dafür sehen sie in einem natürlich eingerichteten Terrarium klasse aus, aber bei so vielen Nachteilen kann ich sie für Baumpythons oder auch für Terrarien mit dauerhaft hoher Luftfeuchte nicht empfehlen. In meinen Aufzuchtterrarien habe ich lange Zeit Kunststoffrohre verwendet, solche die man für die Aufputzverlegung von Stromleitungen verwendet. Die grauen Kunststoffrohre sind natürlich nicht schön anzuschauen, aber in Sachen Hygiene unschlagbar. Verunreinigungen lassen sich leicht
Ein Blick in eine einfach eingerichtete Quarantäne Box die mit Kunststoffrohren ausgestattet ist.
entfernen und das Rohr kann mit desinfiziert werden. Sie werden mit den dazugehörigen Schellen einfach an den Terrarienwänden befestigt. Um die glatte Oberfläche etwas häutungsfreundlicher für die Schlange zu gestalten kann man entweder mit einem Lötkolben kleine Löcher hinein brennen, oder das gesamte Rohr mit einem Gasbrenner ankokeln. Dabei verformt und verfärbt sich das Rohr und sie sehen echten ästen ähnlicher. Wenn diese Rohre Verwendung im Terrarium finden muss penibel darauf geachtet werden, dass es dem Tier nicht möglich ist in diese hinein zu kriechen. Ich habe schon gesehen das eine Halter das Rohr aufschneiden musste um sein Tier wieder daraus zu befreien. Ich verwende die Kunststoffrohre jetzt nur noch im Quarantäne Becken.


Ein Blick in das Terrarium von Destiny, sie ist ein großes Tier und hat demzufolge auch dicke Äste in ihrem Terrarium. Die Äste haben viele Verzweigungen die sie auch jede Nacht für Streifzüge nutzt.
Letztendlich bin ich dazu übergegangen alle meine Terrarien mit echten Holz ästen auszustatten. Ich verwende dafür Äste von Laubbäumen, das Holz schneide ich frisch vom Baum, und sammle es nicht etwa einfach vom Boden auf. Morsches oder schon lange liegendes Holz kann mit Schimmel oder Ungeziefer befallen sein was ein Gesundheitsrisiko für die Schlange darstellt. Leider kenne ich mich in der Botanik nicht so gut aus und weiß deswegen auch nicht wie die Bäume heißen von denen ich Äste in meinen Terrarien habe. Bei der Auswahl der Hölzer achte ich darauf das die Rinde leicht rau ist aber keine tiefen Furchen besitzt. Das erleichtert den Tieren das häuten und dem Halter das reinigen. Ich nehme an, dass es für das Tier auch angenehmer ist auf einer einigermaßen glatten Fläche zu liegen als auf einer sehr unebenen rauen Rinde, aber wie gesagt ist es nur eine Vermutung. Um das Terrarium natürlicher ausschauen zu lassen wähle ich nicht absolut gerade Äste, sondern krumm gewachsenen möglichst noch mit Verzweigungen. Das bietet den Tieren die Möglichkeit sich ausgiebig im Terrarium zu bewegen. Nadelhölzer sollten nicht verwendet werden, das Harz der Hölzer kann an den Tieren haften bleiben und wäre wahrscheinlich nur schwer wieder zu entfernen. Es ist natürlich verboten einfach mit einer Säge in den städtischen Wald oder Park zu gehen und sich dort zu bedienen. Am besten fragt man Verwandte oder Bekannte mit eigenen Garten ob sie ein paar Äste entbehren können. Bevor ich die Äste in meinen Terrarien verwende lager ich sie einige Zeit auf dem tockenen Dachboden. Immer dann wenn ich neue Äste benötige schneide ich sie mir passend zu und reinige sie unter fließenden sehr heißen Wasser mit einer Bürste. Erst nach dieser Prozedur bringe ich sie im Terrarium an.

Pflanzen

Folgt bald.....

Bodensubstrat

Folgt bald....

Wasser

Folgt bald ....