Ernährung


Vorwort

Du bist was du isst, eine bessere Einleitung für dieses Thema kann ich mir mittlerweile nicht mehr vorstellen. Wenn ich eines in den letzte Jahren verstanden habe ist es wie wichtig die Qualität des Futters ist. Nur eine gesund und gehaltvoll ernährte Schlange bleibt auf dauer gesund und hat somit auch in Gefangenschaft eine hohe Lebenserwartung. Beim Futter verfolge ich darum mittlerweile die Devise, Vertrauen ist gut Kontrolle ist besser. Das bedeutet für mich das ich nur noch Futtertiere verwende deren Herkunft ich kenne und wo ich einen Einblick in die Zucht gewährt bekomme. Das funktioniert in der Regel nur bei privaten Züchtern, oder natürlich wenn man seinen Bedarf selbst züchtet, was ich auch seit 2013 praktiziere. Die Zucht lohnt sich aus meiner Sicht allerdings erst ab einem Bestand von 5 und mehr Tieren. Ich züchte zur Ernährung meiner Schlangen Afrikanische Vielzitzen Mäuse. Sie werden mit Maximal 80 Gramm deutlich größer als unsere einheimische Hausmaus die meist ein Gewicht von 20 bis 30 Gramm erreicht. Somit ist ene Ausgewachsene Vielzitzenmaus mit einer Mittleren Ratte vergleichbar. Desweiteren ist die Wurfgröße mit bis zu 20 jungen äußerst ergibig. Alle meine Baumpythons akzeptieren diese Mäuseart problemlos. Natürlich ist die Zucht mit einem hohen Maß an Mehratrbeit verbunden, denn die Tiere sind sehr Pflegeintensiv und benötigen viel Platz und Zeit, aber der deutlich mehraufwand lohnt sich, meine Tiere gehen deutlich besser ans Futter seit dem ich von Frost auf Lebendfütterung umgestellt habe.

Grundsätzliches

Vielzitzenmaus - Morelia viridis / Grüner Baumpython / green tree python In der Regel werden Mäuse, Ratten oder die bereits erwähnten Vielzitzenmäuse verwendet, auch Küken oder Hamster finden gerade bei solchen Tieren Verwendung die Mäuse oder Ratten als Futter ablehnen, diese Tiere bezeichnet man als Futterspezialisten. Der Baumpython akzeptiert in der Regel sowohl Ratten als auch Mäuse / Vielzitzenmäse ohne Probleme. Einzig als Neonat bei den Ersten Fütterungen treten oft probleme auf, da eine Babymaus nicht zum natürlichen Beutespektrum von Morelia viridis gehört. Das ist aber ein spezielles Thema über das ich unter Zucht und Aufzucht noch berichten werde. Gerade für Einsteiger ist es oft problematisch das richtige Futtertier in der passenden Größe zu wählen. Als HIlfe kann man eine weit verbreitete Faustformel verwenden, die Größe des Futtertieres sollte an der dicksten Stelle ca. 1,5 mal so groß sein wie die dickste Stelle der Schlange. Natürlich misst niemand mit einem Maßband die Schlange oder das Futtertier, dazu gehört immer auch ein stückweit Augenmaß und Größeneinschätzung. Solche Regeln benötigt man aber nicht lange, denn im laufe der Zeit entwickelt jeder Halter ein Gefühl dafür die richtige Größe auszuwählen. Wenn man sich unsicher ist, lieber etwas kleiner füttern, denn zu groß gefressene Futtertiere können im schlechtesten Fall auch zu gesundheitlichen Problemen führen. Der Fütterungsintervall ist bei mir abhängig vom Alter des Tieres. Jungtiere erhalten bei mir ca. alle 5 bis 7 Tage Futter bis zu einem Alter von ca. einem Jahr. Dann verlängere ich den Intervall da auch die Futtertiere Größer werden, und deren Verdauung dadurch auch länger dauert. Der Abstand verlängert sich dann auf 10 bis 14 Tage solange die Tiere noch deutlich wachsen. Adulte Tiere erhalten ca. alle 21 Tage Futter angeboten. In bestimmten Fällen weiche ich auch von diesen Intervallen ab, wie bei Weibchen die auf die Zucht vorbereitet werden sowie bei erkrankten oder wieder genesenen Tieren. Aber da drauf gehe ich dann an entsprechder Stelle ein.



Das Futtertier wird der Schlange mit einer langen Pinzette oder Greifzange gereicht. Bei Jungtieren reicht eine 30 cm Pinzette, bei adulten Tieren sollte der Abstand zwischen der eigenen Hand und der Schlange schon wesentlich größer sein, denn sonst kann es vorkommen das die Schlange die ebenfalls warme Hand, statt das Futtertier anvisiert und auch angreift. Die Beute wird der Schlange so gereicht, dass sie den Kopf ergreifen kann, in dem Augenblick wo sie das Futtertier ergreift ziehe ich die Pinzette zurück. Die Beute wird von der Schlange umschlungen und einige Zeit durch starke Muskelkontraktionen erdrückt bevor sie kurz bezüngelt und mit dem Kopf zuerst verschluckt wird. Damit das Tier in ungestört fressen kann, schiebe ich danach sofort die Scheibe zu und versuche sie nicht zu stören, damit sie in Ruhe fressen kann. Es kann vorkommen das dass Beutetier mit dem Schwanz zuerst verschlungen wird, das ist aber in der Regel kein Problem für die Schlange. Der Baumpython sollte zum füttern nicht aus dem Terrarium entnommen werden. Die Fütterung findet bei mir immer nach Einbruch der Dunkelheit statt, zu diesem Zeitpunkt verlassen die Baumpythons für gewöhnlich ihren Tagesruheplatz und gehen an ihren bevorzugten Lauerplatz, das ist meist ein Ast in Bodennähe. Dort nehmen sie die typische Doppel S Lauerstellung ein. Eine Verabreichung von Vitaminpräparaten oder ähnlichen Zusatzmitteln, wie man es aus der Echsenhaltung kennt ist beim Baumpython und auch anderen Schlangen nicht notwendig. Ein gut und ausgewogen ernährtes Futtertier enthält alles was der Grüne Baumpython zum Leben benötigt. Ich empfehle eine Dokumentarion der Fütterung und der Häutung zu führen, um den Überblick zu behalten. Das ist gerade dann sinnvoll wenn sich mehrere Tiere im Bestand befinden. Hier ein Beispielwie so etwas aussehen kann. .



Lebend oder Frost füttern ?

Morelia Viridis ( Grüner Baumpython )Jeder der Schlangen halten möchte, muss sich die Frage stellen ob er in der Lage ist sie mit lebendigen Tieren zu füttern. Der qualvolle Erstickungstod des Futtertieres ist zwar in der Natur ganz normal, lässt aber die Gemüter nicht unberührt. Um das zu umgehen kann man das Futtertier zuvor abtöten, das sogenannte Prekilling. Wer sich dafür entscheidet muss sich zuvor unbedingt mit dem Tierschutzgesetz vertraut machen, insbesondere mit dem § 4 in dem es um das töten von Wirbeltieren geht.Ich selbst wende das Prekilling nicht an. Das füttern mit noch lebenden Futtertieren birgt immer auch ein Risiko für die Schlange, Verletzungen durch Abwehrbisse des Beutetieres oder Übertragung von Parasiten sind keine seltenheit, aber meistens keine ernste Bedrohung für die Schlange. Bei der Auswahl des Futtertieres achte ich darauf das es agil ist und nicht kränklich ausschaut. Es sollte nicht in unmittelbarer Nähe der Schlange abgesetzt werden, wie z.B. auf dem Ast wo die Schlange sich gerade befindet, sondern auf dem Boden. Damit stelle ich sicher das die Schlange Zeit genug hat in Jagdstellung zu gehen um sich ihrer Beute langsam zu nähern und gezielt ergreifen zu können. Sie wird so nicht zu einem überstürzten Angriff gezwungen und die Gefahr eines Abwehrbisses der Beute verringert sich. Sollte die Schlange nicht sofort fressen, dann muss man unbedingt in der Nähe bleiben um die Situation beobachten und ggf. eingreifen zu können, wenn das Beutetier die Schlange gefährdet. Das Futtertier und die Schlange dürfen auf keinen Fall über Nacht unbeobachtet im Terrarium bleiben. Zeigt die Schlange auch nach einiger Zeit kein Interesse an dem Futtertier, entfernt man es wieder aus dem Terrarium und startet einige Tage später einen erneuten Fütterungsversuch. Eine Möglichkeit ist auch das Futtertier in einem Eimer aus dem es nicht herausspringen kann am Terrariumboden unmittelbar unter der Schlange zu positionieren, daurch läuft es nicht durch das ganze Terrarium. Diese Methode bietet sich gerade bei solchen Tieren an die Problematische Fresser sind. Dadurch das sich die Beute nicht im Terrarium verstecken kann macht man es der Schlange besonders einfach.

Wer sich für Frost futter entscheidet hat es deutlich einfacher, während lebende Tiere viel Platz und ebenfalls Pflege benötigen, lassen sich tiefgefrorene Tiere in großer Zahl im Tiefkühler über einen Zeitraum von maximal 6 Monaten aufbewahren. Vor der Fütterung taue ich die benötigten Anzahl Futtertiere in warmen Wasser auf. Ich achte da drauf das es vollkommen aufgetaut ist und sich über 30 Grad erwärmt hat, dafür muss das Auftauwasser auch zwischendurch erneuert werden. Da der Python mit Wärmerezeptoren ausgestattet ist, würde er auf ein kaltes Futtertier wahrscheinlich nicht reagieren. Das Tier wird dann wie schon erwähnt mit einer entsprechenden Pinzette Greifzange gereicht. Wichtig bei der Verwendung von Frostfutter ist eine vertrauenswürdige Quelle. Mir sind Fälle bekannt wo Schlangen durch vergiftete Futtertiere qualvoll verendet sind. Vermutlich wurden die Tiere noch zu lebzeiten gegen Parasiten mit Chemischen mitteln behandelt, und die Schlange hat das Gift dann mit gefressen. Ich möchte natürlich keine Angst machen, sondern nur dazu anregen die Herkunft des Futters kritisch zu hinterfragen. Frostfutter sollte nicht länger als ein halbes Jahr im Tiefkühler aufbewahrt werden.

Hilfe meine Schlange fristt nicht !

Eine regelmäßig wiederkehrende Ursache dafür das die Schlange das Futter verweigert ist die Häutung. Den Beginn der Häutung erkennt man daran das der Baumpython nicht wie gewohnt nach Einbruch der Dunkelheit in die typische Lauerstellung geht oder anfängt aktiv zu werden, sondern er bleibt eingerollt auf seinem Ast liegen. Nach einigen Tagen kann man dann deutlich die Trübung der Haut und der Augen erkennen. In der Regel nehmen die Tiere in der ca. 14 tägigen Häutungsphase keine Nahrung an. Versuche das Tier in dieser Zeit zu füttern sollten nicht unternommen werden da die Schlange die Körperflüssigkeiten für den Häutungsprozess benötigt. Wenn das Tier in dieser Zeit frisst kann es vorkommen das es Probleme bei der Häutung gibt.
Eine weitere Ursache für das einstellen der Nahrungsaufnahme kommt ausschließlich bei den Männlichen Tieren vor. Diese stellen das fressen ein wenn sie bereit sind sich zu paaren. In dieser Zeit streifen sie Nachts rastlos durch das Terrarium auf der Suche nach einem Weibchen. Auf Fütterungsversuche reagieren sie in dieser Zeit mit Abwehrbissen oder sie flüchten geradezu vor dem Futtertier was man ihnen anbietet. Diw längste Zeit die ein Männchen bei mir aus diesem Grund keine Futter genommen hat betrug ein halbes Jahr. Danach fangen sie wieder ganz normal an zu fressen, das kann man daran erkennen das sie wieder in Lauerstellung gehen oder nicht mehr so stark aktiv sind. Den Tieren schadet die lange Nahrungskarrenz nicht. Sie verlieren etwas an Gewicht, das haben sie aber in der Regel schnell wieder aufgeholt wenn sie wieder fressen. Weibliche Baumpython fressen nicht mehr nach einer erfolgreichen Paarung, dies ist das erste Zeichen was auf die Bildung von Follikel hindeutet.
Sollte keine der genannten Ursachen zutreffen und das Tier die Nahrung plötzlich nicht mehr annimmt, ist das oft ein Zeichen das etwas nicht stimmt. Der Grüne Baumpython ist ein sehr anfälliges Tier für Krankheiten, das Erste Anzeichen für eine Erkrankung ist fast immer das einstellen der Nahrungsaufnahme. Jetzt sollte man das Tier sensibel beobachten und einen Reptilienkundigen Tierarzt aufsuchen. Genauer möchte ich auf das Thema im Bereich Gesundheit eingehen.