Temperatur und Luftfeuchtigkeit


Die Erstellung der optimalen Temperatur und relativen Luftfeuchtigkeit ist die elementarste Grundlage zur Schaffung eines künstlichen Lebensraumes für Grüne Baumpythons, und auch für jedes andere Reptil in der Terraristik. Im Natürlichen Lebensraum von Morelia viridis, den tropischen Regenwäldern Papua Neuguineas herrscht das ganze Jahr über eine hohe Temperatur und Luftfeuchtigkeits- Werte. Um in einem Terrarium dauerhaft ein solches Klima zu erreichen müssen bestimmte Voraussetzungen geschaffen werden. Das Klima im Terrarium ist ein Zusammenspiel zwischen Beheizung, Belüftung, zugeführter Feuchtigkeit und der Terrarien Einrichtung, sprich Bodensubstrat und ggf. verwendeten echten Pflanzen. Zusätzlich spielt der Standort des Terrarium´s eine Rolle. Es macht einen großen Unterschied ob ein Terrarium in einem separat beheizten Schlangenraum, oder im Wohnbereich mit stark schwankenden Temperaturen und Belüftungen betrieben wird. Ich kann somit an dieser Stelle nur über meine Gegebenheiten berichten, diese sind aber nicht unbedingt immer 1 zu 1 übertragbar.


Temperatur erstellen und halten

Morelia viridis / Grüner baumpython
Auf dem Bild zu sehen ist eines meiner großen Terrarien. Unter der Decke montiert ein 40 X 50 cm Heatpanel mit 65 Watt.
Das Terrarium für Grüne Baumpython´s sollte so beheizt werden das ein Temperaturgefälle entsteht. Als Heizquelle haben sich Heatpanels bewährt, die Panels strahlen die Wärme über eine große Fläche nach unten ab. Die Oberflächentemperatur ist je nach Hersteller meist nicht höher als 60 Grad Celsius, somit besteht für die Schlange keine Gefahr sich zu verbrennen. Das Panel wird links oder rechts an der Terrariendecke befestigt, dadurch ergibt sich automatisch ein Temperaturgefälle zu der unbeheizten Seite. Die Größe und Leistung des Panels richtet sich nach der Terrariengröße. Bewährt hat sich die Faustformel, Größe des Panels mindestens 1/3 und maximal 1/2 der Terrariengrundfläche. Nach meinen Erfahrungen lässt sich ein Terrarium mit einem Heatpanel als alleinige Heizquelle bis zu einer Höhe von Maximal 70 cm betreiben. Alle Terrarien die höher sind benötigen eine Zusatzheizung am Boden oder an der Rückwand im unteren Bereich, in Form von Heizkabel oder Heizmatte. Aus meiner Sicht unverzichtbar ist der Einsatz eines Thermostates, welches sowohl die Tages als auch die Nachttemperatur regelt. Terrarien ohne Thermostat sind stark abhängig von der Umgebungstemperatur, das heißt im Sommer ist es bei gleichbleibender Heizleistung im Terrarium deutlich wärmer als im Winter, mit einem Thermostat sind die Werte immer gleich und lassen sich bequem einstellen. Eingestellt wird der Wärmste Platz im Terrarium, das ist auf der Höhe des obersten Liegeastes direkt unter dem Heatpanel. auf dieser Höhe befindet sich der Fühler des Thermostates. Er sollte nicht auf dem Ast befestigt werden, denn wenn die Schlange sich da drauf legt misst er die Temperatur nicht mehr richtig und das Terrarium heizt zu weit hoch. Am besten ist es ihn von der Decke baumeln zu lassen, oder ihn aus der Rückwand gucken zu lassen. Siehe hierzu auch Terrarientechnik. Die Tagestemperatur ist bei mir zwischen 29 und 30 Grad Celsius eingestellt und die Nachttemperatur auf 25 Grad Celsius. Dadurch ergeben sich automatisch Temperaturbereiche von 30 - 26 Grad tagsüber und 25 - 21 Grad in der Nacht. Das Tier hat somit die Möglichkeit seinen bevorzugten Temperaturbereich selbst zu wählen. Eine gute Wärmeisolierung hilft die Temperatur konstant zu halt, und spart Energiekosten. Ich bin dazu über gegangen bei all meinen Becken die Seiten und Rückwände mit Schwarzkorkplatten zu isolieren. Der Schwarzkork ist nicht nur gut für die Temperatur im Becken, sondern er sorgt auch für ein gutes Klima, da er die Feuchtigkeit aufnimmt und langsam wieder an die Luft im Terrarium abgibt. Zusätzlich sehen die Becken mit Schwarzkork sehr natürlich aus

Luftfeuchtigkeit erstellen und halten

Morelia viridis / Grüner baumpython
Hier sieht man wie die Scheiben nach dem sprühen beginnen zu beschlagen, ca. nach 3 bis 4 Stunden sind sie wieder vollkommen frei.
Die Luftfeuchtigkeit im Terrarium lässt sich nicht genau einstellen, sie sollte sich vielmehr in einem gewissen Bereich bewegen. Optimal ist wenn sie nie unter 60 und zeitweise Werte von 100% erreicht. Um die Feuchtigkeit über 24 Stunden in diesem Bereich zu halten müssen Be und Entlüftung, Temperatur, Terrarieneinrichtung und zugeführte Feuchtigkeit aufeinander abgestimmt werden. Um die Luftfeuchtigkeit zu erreichen wird das Terrarium jeden Tag mit frischen heißen Leitungswasser besprüht. Hierfür eignen sich Druckpumpsprühflaschen am besten, da sich mit ihnen mühelos auch mehrere Becken hintereinander mit feinen Sprühnebel befeuchten lassen. Am effektivsten ist es zum Tagesbeginn zu sprühen, da durch die erhöhte Tagestemperatur das Becken bis zum nächsten Morgen wieder abtrocknet. Das verhindert die Bildung von Staunässe und den dadurch resultierenden Schimmel. Gesprüht wird ausschließlich mit heißem Wasser. Wenn kaltes Wasser in das aufgeheizte Becken gesprüht wird sackt die Temperatur innerhalb von Sekunden rapide ab, im schlechtesten Fall kann das Tier dadurch erkranken. Das Heiße Wasser lässt die Temperatur nur minimal sinken und sie steigt in kurzer Zeit wieder auf den eingestellten Wert. An den schnell beschlagenen Scheiben nach dem Sprühen erkennt man das ansteigen der Luftfeuchtigkeit. Die Menge an Wasser was zugeführt werden muss hängt von der Größe des Terrariums, der Einrichtung, der Temperatur und Belüftung sowie von der Umgebung in der sich das Terrarium befindet ab. Die Scheiben sollten nach einigen Stunden wieder komplett aufgeklart sein. Wenn das nicht der Fall ist und sich dicke Wassertropfen bilden, ist wahrscheinlich zu viel Wasser gesprüht worden, oder die Be und Entlüftung sind nicht optimal eingestellt. Der Bodengrund sollte nur so viel Feuchtigkeit aufnehmen das er bis zum nächsten Tag wieder trocknen kann. Sollte er am nächsten Tag noch sehr nass sein muss Belüftung oder zugeführte Wassermenge angepasst werden. Wenn man über keine eigenen Erfahrungswerte besitzt kommt man nicht ohne einen ausgiebigem Probelauf ohne Tier aus. Wenn der Baumpython in ein nicht gut eingestelltes Terrarium zieht kann er in kurzer Zeit erkranken.

Morelia viridis / Grüner baumpython
Zu sehen ist mein Sorong Weibchen Marge direkt nach dem Sprühen. An der feinen Perlung der Wassertropfen erkennt man das die letzte Häutung noch nicht lange her ist.
Auch die Schlange wird von mir direkt mit etwas Abstand besprüht. Die Tiere nehmen oftmals einen Großteil ihres Flüssigkeitsbedarfes dadurch auf das sie die Wassertropfen von ihrem Körper oder anderen Einrichtungsgegenständen in ihrer Unmittelbaren Umgebung aufnehmen. Von der Automatisierung durch Beregnungsanlagen halte ich nichts. Die Anlagen versprühen im Normalfall nur kaltes bzw. Zimmer warmes Wasser. Das Wasser steht in den Kanistern für mehrere Tage und kann dadurch verkeimen. Der technische Aufwand es vor jedem Sprühen zu erwärmen wäre mir auch zu hoch. Die Automatisierung wägt den Halter in eine trügerische Sicherheit. Die Anlage sprüht immer die selbe Menge zur selben Zeit, und geht nicht auf Veränderungen ein. Ich finde zur Haltung gehören diese täglichen Arbeiten dazu, wenn jemand nicht in der Lage ist sich täglich um das Tier zu kümmern, so ist es fraglich ob es das richtige Haustier für ihn ist. Dadurch das ich ich jedes Terrarium jeden Tag von Hand sprühe, kann ich Veränderungen am Tier und auch im Terrarium sofort erfassen. Eine Automatisierung kann dazu führen das ein Tier für mehrere Tage nicht begutachtet wird, da ja alles von alleine läuft. Im schlechtesten Fall erkenne ich eine Krankheit dadurch zu spät.