Projekt Destiny X Ambrosius 2011

Auf dieses Projekt bin ich sehr gespannt, die Verpaarung dieser beiden wunderschönen Tiere ist vielversprechend. Beginn des Projektes ist im August 2011.

Protagonisten:

Morelia Viridis BiakDestiniy ist mein Biak Weibchen das seit Anfang 2011 in meinem Besitz ist. Ihr genaues Alter ist mir nicht bekannt. Sie ist ein Biak typisches großes Tier mit deutlich erhöhten Gelbanteil von schätzungsweise 30 %, auch ihr Charakter ist als typisch Biak zu bezeichnen. Ihre Jungtierfärbung lässt sich aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters nicht mehr erkennen.


Morelia Viridis SenggiAmbrosius ist seit Mitte 2009 bei mir, er ist der Festlandform Senggi zuzuordnen. Das genaue Alter ist mir ebenfalls nicht bekannt, ich schätze das er 2007 sein Ei verlassen hat. Er hat ein durchgängiges blaues Rückenband, dass im zickzack verläuft. Die Dreiecke sind mit weißen Schuppen gefüllt. Ambrosius ist ein sehr ruhiges Tier das sich im Gegensatz zu Destiny tagsüber problemlos händeln lässt. Die Jungtierfärbung war rot.


Projektverlauf:

Mitte Juli habe ich angefangen die Temperaturen in den Terrarien zu senken. Mit den fallenden Nachttemperaturen wird in den Terrarien der Beginn der Paarungszeit simuliert. Morelia Viridis paarungDurch den sehr kalten Sommer war es mir bereits zu diesem Zeitpunkt möglich die Terrarien Nachts auf 21 - 22 Grad herunter zu regeln. In freier Wildbahn beginnt die Paarungszeit ab Oktober da zu dieser Zeit auf Papua Neuguinea die Temperaturen fallen. Ich beginne mit meinen Projekten deutlich früher, um sicherzustellen das ich während der gesamten Inkubations, Schlupf- und Anfütterungsphase zu Hause und nicht gerade im Urlaub bin. Morelia Viridis paarung_01 Mitte August war es soweit Ambrosius hat die Nahrungsaufnahme eingestellt und durchstreift Nachts das Terrarium. Dieses Verhalten weißt beim männlichen Baumpython auf die Bereitschaft hin sich mit einem Weibchen paaren zu wollen. Am 17. August habe ich die Tiere zusammen gesetzt. Das Gewicht der weiblichen Tiere sollte 1000 g nicht oder nur wenig unterschreiten da auch das Weibchen ab dem Zeitpunkt der Follikelentwicklung die Nahrungsaufnahme gänzlich einstellt und erst wieder anfängt Nahrung aufzunehmen wenn ihr das Gelege entnommen, bzw. bei der Naturbrut nachdem die Neonaten geschlüpft sind. Das Gewicht von Destiny kann ich nur schätzen da ich aufgrund ihrer niedrigen Reizschwelle auf Gewichtsmessungen verzichtet habe. Sie wog zu Zeitpunkt der Zusammenführung mindestens 1200 Gramm eher etwas mehr. Das Gewicht von Ambrosius betrug ca. 650 g, das ist ein angemessener Gewichtszustand um die Fastenzeit gut zu überstehen

Bereits in der Ersten Nacht haben die Beiden Tiere mit Paarungsaktivitäten begonnen. Ich habe sie sechs Wochen zusammen in einem Terrarium belassen, in dieser Zeit konnte ich mehrfach Paarungen beobachten. Am 30.09 habe ich Morelia Viridis folikel bei Destiny erstmals eine deutliche Veränderung in Form einer gut sichtbaren Schwellung des Körpers erkennen können. Die letzte Nahrungsaufnahme war am 15.09 lag also schon 2 Wochen zurück und konnte somit nicht ursächlich für die Schwellung sein. Am selben Tag habe ich die Tiere getrennt und abends versucht Destiny zu füttern. Sie reagierte mit Abwehrbissen und Fluchtverhalten auf das angebotene Futtertier. Auch ein erneuter Versuch 2 Tage später sie zu füttern führte nicht dazu das sie das Futtertier annahm. Das Einstellen der Nahrungsaufnahme und die gut sichtbare Schwellung sind eindeutige Merkmale für eine beginnende Trächtigkeit. In den Nächsten Wochen werden die Follikel im Eierstock heranreifen, bis sie bei der Ovulation die ca 30 bis 40 Tage später stattfinden wird in den Eileiter entlassen und dabei befruchtet werden. Erst ab diesem Zeitpunkt spricht man von einer Trächtigkeit da die Folikel bis dahin von der Schlange wieder resorbiert werden können. Destiny liegt jetzt auch nachts regungslos auf ihrem Liegeplatz unter der Wärmequelle.

Am 11. Oktober hat Destiny Ovuliert. Ich war mir erst nicht zu 100% sicher ob es tatsächlich die Ovulation ist da sie nicht so unruhig war wie ich es aus dem Vorjahr von Eulalia kannte. Eine starke Schwellung der Körpermitte war aber deutlich zu sehen. Nachdem die Schwellung zwei Tage später wieder zurück ging war ich mir aber sicher. Jetzt ist das Weibchen nicht mehr in der Lage die Eier zu resorbieren, es steht also fest das es ein Gelege geben wird. Ob die Eier auch befruchtet wurden wird man dann sehen. Das nächste Ereignis auf dem Weg zum Gelege ist der sogenannte prelayshed. Die trächtigen Weibchen häuten sich immer ca. 14 Tage vor der Eiablage.

Am 09. November hat der prelayshed stattgefunden. Am Tag darauf habe ich den Brukasten im Terrarium installiert. Seit dem 13. November durchstreift Destiny das Terrarium und ihr Weg führt sie auch immer wieder in die Brutbox.





Genau 14 Tage nach dem Prelayshed am 23. November hat Destiny ihr Gelege in der Brutbox abgesetzt. Zu meinem erstaunen hat sie es nicht in den frühen Morgenstunden sondern Nachmittags gemacht. Sie hat 21 prächtige weiße und zwei Wachseier gelegt. Die Eier wurden von mir durchleuchtet, ich konnte bei allen Eiern ein gut ausgeprägtes Adernetz und den Embryo erkennen. Das Gelege habe ich mit dem Embryo oben liegend in einer Butdose platziert. Ich inkubiere das Gelege 1-5-1. Das bedeutet das die Erste und letzte Woche kühler als die mittleren 5 Wochen sind. Voraussichtlicher Schlupftermin ist der 11. Januar 2011. Bis dahin heißt es warten und beobachten.





















Bis zur 5. Woche verlief die Inkubation absolut perfekt, alle Eier waren noch schneeweiß und fingen allmählich an einzufallen. Ab diesem Zeitpunkt bemerkte ich bei 2 Eiern Feuchtigkeit an der Unterseite der Eier. Um eine bessere Luftzufuhr und Zirkulation zu gewährleisten habe ich die Lüftungen an der Brutdose erweitert. Leider führte das nicht zum gewünschten Erfolg, immer mehr Eier bekamen feuchte Stellen sodass eine Woche vor Termin ca. die Hälfte der Eier davon betroffen war. Am 13. Januar war es soweit das erste Baby versuchte die Eischale von innen zu öffnen, das war deutlich an den Kratzspuren zu erkennen. Daraufhin wurden die verbliebenen 18 Eier von mir angeschnitten. In den Eiern befanden sich voll entwickelte und pigmentierte Neonaten. Die Hälfte der Babys haben deutliche Lebenszeichen erkennen lassen, bei einigen war ich mir nicht sicher und einige waren bereits tot. Insgesamt sind 7 Neonaten geschlüpft, leider sind 4 bereits kurze Zeit später gestorben, sodass mir nur 3 lebensfähige Neonaten aus 21 befruchteten Eiern geblieben sind. Für die nächste Zuchtsaison werde ich einige dinge bei der Inkubation verändern, und hoffe natürlich auf ein deutlich besseres Ergebnis. Diese Projekt werde ich in der nächsten Zuchtsaison 2012 / 2013 wiederholen.

Bilder der Neonaten

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